Start für APAK: Der neue Weg aus der Alkoholabhängigkeit

Startschuss für APAK: Christina Wollte (AVS), AVS-Geschäftsführer Klaus Harter, Landesrätin Beate Prettner, Matthias Krenn (ÖGK), Elisabeth Mandl (AVS), Kurt Pecher (BVAEB) und Franz Ahm (SVS; von links) - Fotohinweis: Büro LR.in Prettner
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„Rund 40.000 Menschen in Kärnten gelten als alkoholabhängig oder sind gefährdet, abhängig zu werden – eine alarmierende Zahl, die zeigt, wie dringend wir mehr Therapieangebote benötigen. Mit April schaffen wir nun einen neuen, ambulanten Weg aus der Abhängigkeit“,

erklärt Gesundheitslandesrätin Beate Prettner bei der heutigen Präsentation des neuen Programms APAK.
Das „Ambulante Programm für Alkoholkranke in Kärnten“ – kurz APAK – startet in der kommenden Woche im Raum Mittelkärnten und soll eine nachhaltige Verbesserung der Suchtbehandlung bieten.

Soziales Umfeld erhalten

APAK wird als Pilotprojekt in den Bezirken Klagenfurt-Stadt und -Land sowie St. Veit durchgeführt und ermöglicht eine ambulante, wohnortnahe Therapie für rund 100 Patientinnen und Patienten jährlich.

„Die Besonderheit von APAK besteht darin, dass Betroffene in ihrem sozialen Umfeld verbleiben können, das heißt auch ihren Arbeitsplatz erhalten können, was den Erfolg der Therapie enorm steigern soll. Dadurch soll auch einem Abbruch von sozialen und familiären Beziehungen entgegengewirkt werden“,

so Prettner weiter.

Drittelfinanzierung

Die AVS (Arbeitsvereinigung der Sozialhilfe Kärntens) ist mit der Umsetzung des Programms betraut. Finanziert wird APAK zu je einem Drittel vom Land Kärnten, den Sozialversicherungsträgern ÖGK, SVS und BVAEB und dem Kärntner Gesundheitsfonds. Die Gesamtkosten für die Pilotphase von drei Jahren belaufen sich auf 1,2 Millionen Euro. APAK soll eine wichtige Lücke in der Behandlung von Alkoholabhängigkeit schließen und gleichzeitig hohe Folgekosten durch Arbeitslosigkeit oder Krankenhaus-Aufenthalte von Betroffenen verringern.

AVS als verlässlicher Partner

„Die AVS freut sich darüber, dass sie als Kooperationspartner mit der Umsetzung des ambulanten Programmes für Alkoholkranke in Kärnten betraut worden ist. Die psychosozialen Dienste der AVS betreuen und begleiten seit knapp 40 Jahren unter anderem auch Menschen mit Alkoholproblematiken. Das Projekt APAK bietet nun auch die Möglichkeit einer ambulanten Betreuung und Behandlung. Wir sind überzeugt davon, dass der Verbleib im familiären und sozialen bzw. beruflichen Umfeld eine wesentliche Basis für die Effektivität dieses Programmes ist“,

sagt Christina Wolte, stellvertretende AVS-Geschäftsführerin.

Die Therapie und wie man ins Programm kommt…

Als APAK-Leitstellen fungieren die AVS-Standorte in Klagenfurt und St. Veit.

„Die Nachfrage ist bereits sehr hoch. Betroffene kommen entweder selbst zu uns oder werden zugewiesen. Nach der Diagnostik wird ein maßgeschneidertes und individuelles Behandlungsprogramm in enger Abstimmung mit Medizinerinnen und Medizinern erstellt. Neben Psychotherapie und psychologischer Beratung können parallel dazu auch Alkohol-Nachbetreuungsgruppen besucht werden. Ziel ist es, lange Wartezeiten zu vermeiden, eine telefonische Voranmeldung wird empfohlen“,

erklärt AVS-Fachbereichsleiterin Elisabeth Mandl, die das APAK-Projekt leitet.
Zugewiesen werden Betroffene von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten bzw. Krankenanstalten oder durch psychosoziale Dienste wie pro mente, Caritas, Diakonie oder eben die AVS.

Stimmen der Finanzierungspartner

„Eine Krankheit, die oft tabuisiert wird, nämlich jene, die durch Alkohol verursacht wird, führt nicht nur zu individuellem und familiärem Leid, sondern stellt auch eine erhebliche Herausforderung für unsere Gesellschaft dar. Umso wichtiger ist uns dieses Projekt: Einerseits durch die bedarfsgerechte Versorgung, den niederschwelligen Zugang und die umfassende, individuelle Unterstützung durch ein medizinisches und psychologisches Angebot, aber auch durch die Betreuung aus der Sozialarbeit“,

betont Matthias Krenn, Vorsitzender der Hauptversammlung der Österreichischen Gesundheitskasse, und dankt allen Beteiligten für die Initiative und den Einsatz, dieses wichtige Projekt nun umzusetzen.
Kurt Pecher von der BVAEB-Landesstelle Kärnten unterstreicht die großen Vorteile von APAK, nämlich die Chance, soziale Kontakte und das Berufsleben aufrechterhalten zu können:

„Wesentlicher Bestandteil der Verhandlungen war daher, einerseits Tarife für komplexe Module, die über mehrere Wochen laufen, zu vereinbaren und andererseits auch eine gewisse Flexibilität im Programm zu finden, um individuell auf Betroffene eingehen zu können.“

Auch die SVS unterstützt das ambulante Programm für Alkoholkranke in Kärnten sehr gerne, wie SVS-Vorsitzender Franz Ahm betont:

„Wir schaffen damit gemeinsam einen niederschwelligen Zugang für Menschen mit durch Alkohol verursachten Erkrankungen. Betroffenen zu helfen, ihnen Betreuung zu bieten und sie im gesellschaftlichen Leben und im Erwerbsleben integriert zu halten, das sind extrem lohnende gemeinsame Ziele!“

Alle Informationen zum APAK-Programm und Kontakte: www.apak-kaernten.at
Quelle: LPD Kärnten