Neues Programm zur Zahngesundheitsförderung gestartet

Doris Polzer, Simone Barrazutti, Sarah Pucker und Landesrätin Beate Prettner (von links) an der VS Annabichl mit Kindern - Fotohinweis: Büro LR.in Prettner
Vor dem „Tag der Zahngesundheit“ am 25. September stellte Gesundheitslandesrätin Beate Prettner heute gemeinsam mit PROGES-Geschäftsführerin Doris Polzer das neue Programm der Kärntner Zahngesundheitsförderung im Rahmen einer Pressekonferenz in der Volksschule Annabichl vor. Die Zahn- und Mundgesundheit von Kindern hat in Kärnten seit vielen Jahren höchste Priorität.

„Denn wer Zähne bis ins hohe Alter gesund erhalten will, muss schon in jungen Jahren ansetzen“,

betont Prettner.

„Seit über 20 Jahren investieren wir konsequent in die Zahngesundheit von Kindern – und wir sehen deutliche Erfolge. Prävention wirkt und jahrelange Gesundheitsbildung zahlt sich aus.“

Zahnprophylaxe seit über 20 Jahren

Das Kärntner Zahnkariesprophylaxe-Programm wurde bereits 2004 von der Unterabteilung Gesundheitsförderung in Kooperation mit der Kärntner Gebietskrankenkasse, später ÖGK, gestartet und von PROGES in den Kindergärten umgesetzt. 2007 folgte die Ausweitung auf die Volksschulen, operativ umgesetzt durch Expertinnen und Experten des bfi-Kärnten. Alleine im Jahr 2024 wurden so rund 14.200 Kindergarten- und etwa 20.600 Volksschulkinder erreicht.

„Im Auftrag der altersgerechten Wissensvermittlung über Zahn- und Mundgesundheit und Ernährung sowie der Motivation und positiven Einstellung zum Zähneputzen und zur Zahngesundheitsvorsorge haben unsere Zahngesundheitsexpertinnen und -experten in den vergangenen zwei Jahrzehnten hochgerechnet rund 400.000 Minuten richtiges Zähneputzen geübt. Zusätzlich zu den über 40.500 Unterrichtseinheiten in den Kindergärten war uns immer auch die Einbindung von Erziehungsberechtigten sowie Pädagoginnen und Pädagogen ein großes Anliegen“,

resümiert Doris Polzer.

Zahngesundheit der Kärntner Kinder hat sich verbessert

Der jahrelange Einsatz hat sich ausgezahlt:

„Die aktuelle Österreichische Zahnstatuserhebung 2023/24 bestätigt eine Verbesserung der Mundgesundheit von sechs- bis siebenjährigen Kindern in Kärnten. Kärnten zählt zu den Bundesländern mit den besten Ergebnissen“,

bilanziert Prettner.
Im Vergleich zum Jahr 2016 (letzte Erhebung) ging der Anteil der Kinder mit Karies in Kärnten von 52 auf 41 Prozent zurück, dementsprechend stieg der Anteil von kariesfreien Kindern von 48 auf 59 Prozent. Der Behandlungsbedarf hat sich von 41 auf 24 Prozent fast halbiert.

Gesicherte Finanzierung durch KGF

Mit Jahresbeginn 2025 ging das Programm in eine neue Phase. Der Kärntner Gesundheitsfonds (KGF) führt es künftig als Gesundheitsförderungsmaßnahme weiter.

„Die Finanzierung ist gesichert und umfasst jährlich 904.000 Euro, finanziert vom KGF und damit ohne Belastung des Landesbudgets“,

so Prettner.

„Es ist erfreulich, dass im Zuge der Verhandlungen um den Finanzausgleich zusätzliche Mittel für die Gesundheitsförderung zugesprochen wurden. In Kärnten setzen wir diese Gelder im Rahmen von KGF-Projekten sinnvoll ein“,

unterstreicht Sarah Pucker, Leiterin der Unterabteilung Gesundheitsförderung im Land Kärnten.

Programm wurde erweitert

Das neue, erweiterte Programm – nach einer Neuausschreibung liegt die Durchführung nun gänzlich bei PROGES – erreicht jetzt alle Kinder im Alter von 3 bis 10 Jahren direkt in den Kärntner Bildungs- und Betreuungseinrichtungen. Neben den Workshops in den Kindergärten und Volksschulen umfasst das neue Programm spezielle Intensivangebote für vulnerable Zielgruppen, Erwachsenenbildung für Eltern, Pädagoginnen und Pädagogen sowie Fachkräfte aus Gesundheitsberufen sowie auch Maßnahmen für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe (10 bis 14 Jahre) im Rahmen von Gesundheitsstraßen.

Prävention so früh wie möglich

„Wir wollen nicht nur Zahnerkrankungen vorbeugen, sondern echte Gesundheitskompetenz vermitteln – vom richtigen Zähneputzen bis zum Wissen über (zahn-)gesunde Ernährung. Dieses Wissen wirkt, bleibt ein Leben lang und fördert Gesundheit allgemein“,

betont Doris Polzer.

„Unser Konzept wurde mit Pädagoginnen und Pädagogen sowie Zahnärztinnen und Zahnärzten erarbeitet, die Workshops sind altersgerecht aufgebaut und beinhalten einen Methodenmix aus Spiel, Bewegung und Musik mit anschaulichem Lernen.“

Die PROGES-Expertinnen und -Experten betreuen künftig rund 34.000 Kinder jährlich in ganz Kärnten. Weil das neue Programm erstmals auch Workshops für Fachkräfte, Pädagoginnen und Pädagogen sowie Eltern umfasst, kann die Prävention noch früher ansetzen. Im Rahmen der Erwachsenenbildung wurden 2025 bereits 375 Personen erreicht.
In der Volksschule Annabichl fanden gleichzeitig zur Pressekonferenz gerade zwei Workshops für die 2. und 4. Klasse statt.

„Die Workshops sind für unsere Kinder ein echtes Erlebnis: spielerisch, anschaulich und praxisnah. Wir merken, dass die Inhalte im Alltag hängenbleiben“,

betont auch Schulleiterin Simone Barrazutti.
Quelle: LPD Kärnten