Mit dem „KÄRN:STRAHL“ ist Kärnten gut gerüstet

Gesundheitslandesrätin Beate Prettner mit Rudolf Weissitsch, den sie in den Ruhestand verabschiedete - Fotohinweis: Büro LR.in Prettner

„Kärnten hat seine Hausaufgaben gemacht – und mehr als das“,

betont Gesundheitslandesrätin Beate Prettner heute, Montag (2. Juni 2025), im Rahmen eines Pressegesprächs, bei dem gleich zwei besondere Anlässe im Zentrum standen: Zum einen wurde der erfolgreiche Abschluss aller gesetzlich vorgeschriebenen Notfallpläne nach dem Strahlenschutzgesetz präsentiert, zum anderen wurde der langjährige Landesstrahlenschutzbeauftragte Rudolf Weissitsch offiziell in den Ruhestand verabschiedet.

Kärnten ist Vorreiter im Strahlenschutz

Mit dem aktualisierten Kärntner Strahlenalarmplan, kurz „KÄRN:STRAHL“, ist Kärnten das erste Bundesland Österreichs, das sämtliche Teilpläne für radiologische Notfälle vollständig erstellt und aktualisiert hat – und damit auch sämtliche Vorgaben des Bundes erfüllt.

„Wir setzen damit österreichweit Maßstäbe in der behördlichen Notfallvorsorge“,

so Prettner.

Vier Szenarien

Der Plan deckt alle für Kärnten denkbaren Szenarien ab: Von Unfällen in Kernkraftwerken über den Umgang mit radioaktiven Quellen bis hin zu neu erarbeiteten Teilplänen für den Absturz eines Satelliten mit radioaktivem Inventar und radiologischen Terror. Die Pläne beruhen u. a. auf den neuesten Erkenntnissen aus nationalen und internationalen Notfallübungen und definieren klare Meldewege, Zuständigkeiten oder Kommunikationsprozesse.

„In jeder Krise ist Kommunikation genauso wichtig wie das Handeln selbst“,

sagt Prettner und Weissitsch bestätigt:

„Fake News sind das größte Problem im Katastrophenschutz!“

Beide unterstreichen:

„Die Bevölkerung kann sich darauf verlassen, dass wir im Ernstfall zur richtigen Zeit die richtigen, geprüften Informationen bereitstellen. Unser Ziel ist es, durch Transparenz, Kompetenz und klare Abläufe nicht nur vorbereitet zu sein, sondern auch Vertrauen zu schaffen.“

Meilensteine im Strahlenschutz

Der zentrale Wegbegleiter dieser Sicherheitsarchitektur ist Rudolf Weissitsch, der seit 2013 für den Strahlenschutz in Kärnten zuständig war. Prettner würdigt ihn als „Vordenker und Macher“, ohne den Kärnten und auch Österreich im Strahlenschutz „nicht annähernd da stehen würde, wo es heute steht“.
Weissitsch selbst blickt auf viele Meilensteine zurück:

„Wir waren das erste Bundesland mit einer flächendeckenden Cäsium-137-Bodenbelastungskarte – und mit einer eigenen Pilzlandkarte, die die radioaktive Belastung ausweist. Auch der Kärntner Strahlenmessbus ist ein Unikat österreichweit – ein mobiles Labor, das im Ereignisfall direkt vor Ort verlässliche Daten liefert.“

Besonders hebt er die gute Kooperation mit der Polizei hervor:

„Die Strahlenspürer der Polizei sind für uns der Garant für das höchste Maß an Sicherheit im Umgang mit Radioaktivität.“

Nachfolge geregelt

Seit dem 1. Juni hat Anna Knoltsch die Agenden von Weissitsch übernommen. Sie wurde intensiv eingearbeitet und ist mit dem System bestens vertraut.

„Strahlenschutz ist ein sensibles Thema – eines, über das man selten nachdenkt, aber wenn man das tut, kann es Angst machen. Doch mit ,KÄRN:STRAHL‘, den erprobten Abläufen und der exzellenten Expertise in unserem Land sind wir auch für das bestmöglich vorbereitet, was hoffentlich niemals passiert“,

so Prettner abschließend.
Quelle: LPD Kärnten