1. Kärntner Hitzeschutztag: Gesundheit im Zeichen steigender Temperaturen

Laden zum 1. Kärntner Hitzeschutztag am 4. Juni: Hans-Peter Hutter, Beate Prettner, Marie-Therese Fallast (PLANUM), Harald Jost (Katholische Kirche Kärnten), Sara Schaar, Christian Salmhofer (Klimabündnis Kärnten) und Hans-Peter Premur (von links) - Fotohinweis: Büro LR.in Prettner
Anlässlich des ersten österreichweiten Hitzeaktionstages findet morgen, am 4. Juni 2025, der 1. Kärntner Hitzeschutztag im Museum der Stadt Villach statt. Ziel der Veranstaltung ist es, auf die zunehmenden gesundheitlichen Risiken durch Hitze aufmerksam zu machen und über Schutzmaßnahmen zu informieren.

„2024 war das wärmste Jahr in Kärnten seit Beginn der Messungen – drei Grad über dem langjährigen Mittel. Die Folgen spüren wir deutlich: Besonders ältere Menschen, Kinder und Menschen mit Vorerkrankungen sind gefährdet. Studien zeigen, dass sich mit jedem zusätzlichen Hitzetag die Sterblichkeit erhöht. Deshalb braucht es gezielte Maßnahmen – und genau hier setzt der neue Kärntner Hitzeschutzplan an“,

so Gesundheitslandesrätin Beate Prettner heute im Rahmen einer Pressekonferenz gemeinsam mit Landesrätin Sara Schaar, Referentin für Klimaschutz-Koordination, Umweltmediziner und Ökologe Hans-Peter Hutter und Bischofsvikar Hans-Peter Premur.

Kärntner Hitzeschutzplan aktualisiert

Im Rahmen des Hitzeschutztages wird u. a. auch der neue Kärntner Hitzeschutzplan vorgestellt. Er basiert auf dem aktuellen nationalen Plan des Bundes, geht aber gezielt auf regionale Besonderheiten ein. Enthalten sind praktische Empfehlungen für gefährdete Gruppen, Gesundheitseinrichtungen und die Bevölkerung – neuerdings auch in Form von Merkblättern (z. B. für Säuglinge/Kinder, Tiere, pflegende Angehörige, Gesundheitsberufe etc.).

„Mit dem neuen Hitzeschutzplan und Veranstaltungen wie dem Hitzeschutztag wollen wir Wissen vermitteln, Bewusstsein schaffen und die Menschen unterstützen, sich selbst besser zu schützen“,

so Prettner, die weitere Initiativen hervorhebt:

„Seit 2013 betreiben wir gemeinsam mit GeoSphere Austria ein Hitze-Warnsystem für Einrichtungen der kritischen Infrastruktur. Zudem wird das Thema Hitze zunehmend in der Aus- und Weiterbildung von Gesundheitsberufen verankert.“  

Immer mehr praxisnahe Lösungen

„Der Klimawandel ist keine abstrakte Bedrohung der fernen Zukunft mehr – er ist längst Realität“,

bestätigt auch Landesrätin Sara Schaar.

„Das vergangene Jahr hat uns mit seinen extremen Wetterereignissen drastisch vor Augen geführt, wie dringend wir handeln müssen. Der 1. Kärntner Hitzeschutztag zeigt, wie breit unser Engagement inzwischen aufgestellt ist: von Cool-Down-Plätzen über Begrünungsinitiativen bis hin zu innovativen Projekten wie dem Refugium in Klagenfurt. Nur durch Zusammenarbeit vieler engagierter Partnerinnen und Partner gelingt es uns, praxisnahe Lösungen zu schaffen und die Menschen in Kärnten wirksam vor Hitze zu schützen.“

Informationen am 1. Kärntner Hitzeschutztag

Das Besondere am 1. Kärntner Hitzeschutztag ist die enge Zusammenarbeit zahlreicher Partnerinstitutionen – vom Klimabündnis Kärnten über die Fachhochschule Kärnten, die Katholische Kirche bis hin zu den Klimawandel-Anpassungsmodellregionen (KLAR!). Den ganzen Vormittag über finden im Rahmen der Veranstaltung Fachvorträge, Praxisbeispiele und Informationsangebote statt – darunter Beiträge renommierter Expertinnen und Experten wie Hans-Peter Hutter, Umweltmediziner und Ökologe der MedUni Wien, der auch einen internen Vortrag für Mitarbeitende des Landes Kärnten halten wird.

„Die Auswirkungen von Hitze und sommerlicher UV-Strahlung nehmen viele nach wie vor auf die leichte Schulter. Selbstverständlich muss man das sonnige Wetter auch nicht gleich kaputtjammern. Etliche können und sollen es ja auch genießen. Personen, denen es unter den heißen Bedingungen weniger gut geht, darf man aber jedenfalls nicht vergessen. Und es ist ein beträchtlicher Teil unserer Bevölkerung, die als vulnerabel gilt. Dazu gehören nicht nur alte und kranke Menschen, besonders empfindlich sind auch Säuglinge oder Menschen mit Rückenmarksverletzungen und nicht zuletzt Personen an Hitzearbeitsplätzen oder pflegende Angehörige und Gesundheitsberufe“,

so Hutter im Rahmen der Pressekonferenz.

Wir alle sind betroffen!

Neben akuten Hitzeerkrankungen wie Kollaps und Hitzschlag kommt es vermehrt zu Herz-Kreislauf-, Atemwegs- und Nierenerkrankungen, zu mehr Krankenhausaufnahmen und letztlich auch zu vorzeitigen Todesfällen.

„Generell sind wir alle in gewisser Weise betroffen: Die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit ist bei allen quasi ‚heruntergeschraubt‘. Zusätzlich ist auch die Psyche belastet. Daher müssen Vorkehrungen getroffen werden, um Hitzefolgen möglichst gering zu halten. Hitzeschutzpläne, und zwar differenziert für viele unterschiedliche Gruppe – von Seniorinnen und Senioren bis hin zu Pflegekräften und Pädagoginnen und Pädagogen in Kinderbetreuungseinrichtungen – sind dringend notwendig. Alleine schon, was die Einnahme von Medikamenten während Hitzewellen betrifft – Stichwort Anpassung der Dosierung. Informationen in aller Ausführlichkeit, gleichzeitig nicht allzu lang und verständlich, wurden in Kärnten zusammengestellt – ein wichtiger Beitrag zur Gesundheitsprävention und perfekt für den 1. Kärntner Hitzeschutztag“,

betont Hutter.

Kühlende Refugien

Auch die Katholische Kirche Kärnten bringt sich aktiv in den Hitzeschutztag ein: Ausgehend vom kirchlichen Umweltreferat wurde eine Initiative zur Schaffung von kühlenden Refugien ins Leben gerufen. Kirchenräume sowie speziell gestaltete Gärten und Innenhöfe sollen für die Öffentlichkeit als Rückzugsorte bei Hitze dienen. Das Pilotprojekt „Refugium St. Egid“, wo auch die Pressekonferenz stattfand, zeigt, wie spirituelle und praktische Maßnahmen Hand in Hand gehen können.

„Wir können und sollen alle etwas tun zu einer Anpassung an den fortschreitenden Klimawandel. Das ist das Vermächtnis von Papst Franziskus, dem ersten ,grünen obersten Kirchenmann‘“,

so Bischofsvikar Hans-Peter Premur.
Wie Hitze auf junge Menschen in ihrem Schulalltag wirkt und welche Aspekte sie für ihre beruflichen Zukunftsaussichten im Bereich Pflege sehen, werden Vertreterinnen und Vertreter der Schule für Sozialbetreuungsberufe des Kärntner Caritasverbandes beim Hitzeschutztag verraten. 
Mehr Informationen zum 1. Kärntner Hitzeschutztag sowie zum Kärntner Hitzeschutzplan hier!
Mehr Information zum Projekt „Refugium St. Egid“ hier!
Quelle: LPD Kärnten