Landtagssozialausschuss von Schleswig-Holstein zu Gast in der Modellregion Gendermedizin Kärnten

Vernetzungstreffen der Sozialausschuss-Mitglieder aus Schleswig-Holstein mit Landesrätin Beate Prettner (2. v. l.) und der Leiterin der Geschäftsstelle Geschlechterspezifische Medizin Kärnten Andrea Dorighi (rechts) - Fotohinweis: Büro LR.in Prettner
Die Mitglieder des Sozialausschusses des Landtags von Schleswig-Holstein besuchen in diesen Tagen Kärnten, um die Modellregion Gendermedizin Kärnten genauer unter die Lupe zu nehmen.

„Wir besuchen Kärnten, weil wir Gendermedizin voranbringen wollen, damit Frauen und Männer in der Medizin geschlechtergerecht behandelt werden. Wir müssen dieses Potential endlich heben“,

betont Sozialausschuss-Sprecherin Katja Rathje-Hoffmann.

Wirksamere Gesundheitsversorgung

„Gendermedizin bedeutet bessere Medizin für alle, weil sie Unterschiede zwischen Frauen und Männern in Prävention, Diagnose und Therapie systematisch berücksichtigt“,

erklärt Prettner.

„Unser Ziel ist es, die Gesundheitsversorgung treffsicherer, gerechter und damit auch wirksamer zu machen.“

Darum ist die Modellregion Gendermedizin Kärnten auf drei Säulen aufgebaut: gezielte Ausbildung von Ärztinnen und Ärzten sowie Gesundheitsberufen in diesem Bereich, regelmäßige Fort- und Weiterbildungen für Fachkräfte und die Sensibilisierung der Bevölkerung. Im Herbst 2025 wurde der österreichweit erste Diplomlehrgang Gender Medicine mit 16 Ärztinnen und Ärzten abgeschlossen – der zweite Lehrgang startete kürzlich.

„Kärnten versteht sich als Lern- und Entwicklungsraum, in dem Wissenschaft, Gesundheitsberufe und Politik eng zusammenarbeiten“,

erklärt Prettner.

„Dass unser Ansatz auch über Österreichs Grenzen hinaus – wie durch den Besuch aus Schleswig-Holstein – auf Interesse stößt, bestätigt uns in diesem Weg.“

Sozialausschuss-Mitglied Birte Pauls ist dankbar für die Einladung aus Kärnten:

„Es ist ein sehr lehrreicher Besuch in Kärnten. Wir werden in Schleswig-Holstein wohl nicht alles eins zu eins umsetzen können, aber wir erhalten hier hervorragende Anregungen, die wir im Sozialausschuss diskutieren werden und in unserer Fraktion (SPD) sowieso.“

Programm der Delegation

Die Delegation aus Deutschland genießt ein dichtes Programm in Kärnten: Neben einem Austausch mit den Mitgliedern des Kärntner Landtagsausschusses für Soziales, Gesundheit und Pflege stehen Besuche im Klinikum Klagenfurt, im Endometriosezentrum am LKH Villach oder in der „Gesunden Gemeinde“ St. Kanzian an. Die Modellregion Gendermedizin, das Referat für Frauen und Gleichstellung sowie der Fachbereich Frauengesundheit stellen ihre Aktivitäten ebenso vor wie die Absolventinnen und Absolventen des ersten abgeschlossenen Diplomkurses für Gendermedizin.
Landesrätin Prettner unterstreicht den gesellschaftlichen Anspruch des Projekts:

„Gendermedizin ist kein Nischenthema, sondern ein zentraler Baustein moderner, patient:innenorientierter Gesundheitsversorgung. Genau dafür setzen wir uns in Kärnten ein.“